Kickabwehr – warum Tritte so gefährlich sind und wie man damit umgeht

Was einen Kick so gefährlich macht

Ein gut trainierter Kick ist eine sehr effektive und zugleich gefährliche Waffe.
Er kann:

– Distanz schnell überbrücken
– große Kraft entwickeln
– überraschend eingesetzt werden

Die stärksten Muskeln des Körpers befinden sich in den Beinen.
 Wird die Körpermasse richtig hinter den Tritt gebracht, entsteht eine enorme Wirkung am Treffpunkt.
Zum Einsatz kommen dabei:

– Fußballen
– Ferse
– Fußkante
– Schienbein

Ein sauber ausgeführter Kick kann bereits mit einem Treffer entscheidend sein.

Die Realität: Ein Treffer reicht

Gerade Tritte zum Kopf sind extrem gefährlich.
Ein sauber getroffener Kopftritt führt in vielen Fällen zu einem K.O.
Auf der Straße verstärkt sich diese Wirkung zusätzlich durch Schuhe.
Ein einziger Treffer kann ausreichen.
Deshalb ist es wichtig, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen –
 auch wenn man selbst nicht hoch tritt.

Wie wir im Wing Chun treten

Im Wing Chun verfolgen wir einen anderen Ansatz.
Wir treten:

– nicht höher als die eigene Hüfte
– bevorzugt zum Knie oder Unterleib
– mit der Ferse

Warum?
Die Ferse ist in ihrer Struktur sehr stabil – vergleichbar mit einem Hammer.
Dadurch:

– erhöht sich die Trefferwirkung
– sinkt die Verletzungsgefahr für den eigenen Fuß

Gleichzeitig bleiben Fuß und Bein bis zum Auftreffen möglichst entspannt.
 Das ermöglicht schnelle Anpassungen und direkte Folgetechniken.

Warum wir nicht hoch treten

Hohe Kicks sehen spektakulär aus – sind aber in der Selbstverteidigung problematisch.
Denn sie erfordern:

– Beweglichkeit
– Timing
– Balance
– viel Training

Außerdem steht man dabei nur auf einem Bein.
Das bedeutet:
Wer tritt, muss die eigene Kraft auch stabil stehen können.
Für viele Menschen – insbesondere ohne intensive Kampfsporterfahrung – 
ist das im Ernstfall kaum realistisch.

Kickabwehr im Wing Chun

Im Wing Chun nutzen wir die Beine aktiv zur Verteidigung.
Vor allem gegen Angriffe unterhalb der Gürtellinie.
Ein wichtiger Bestandteil ist dabei das sogenannte Chi-Gerk:
👉 ein Gefühls- und Reaktionstraining für Beine und Füße
Dabei lernt man:

– effektive Trittabwehr
– Angriffe zu spüren
– intuitiv zu reagieren
– gegnerische Beine zu kontrollieren
– im Nahbereich zu treten, zu hebeln und zu fixieren

Da wir im Wing Chun schnell in den Nahbereich gehen,
 spielen gerade diese kurzen, direkten Kicks eine wichtige Rolle.

Was in der Realität passiert

In den meisten realen Situationen treten Angreifer selten –
 und wenn, dann meist nicht hoch.
Anders sieht es aus, wenn jemand gezielt Kampfsport trainiert hat.
Dann können gerade hohe Kicks sehr gefährlich werden.
Deshalb gehört es zur vollständigen Selbstverteidigung dazu:

– hohe Kicks zu erkennen
– ihre Stärken zu verstehen
– ihre Schwächen zu nutzen

Ein wichtiger Punkt

Meine persönliche Erfahrung:
Ich habe viele Kampfsportler kennengelernt –
 und sie waren durchweg respektvoll.
Ich bin noch nie von einem Kampfsportler angegriffen worden.
Gefährliche Situationen entstehen meist anders.
Heute kann sich jeder über Videos Fähigkeiten aneignen – 
im positiven wie im negativen Sinne.

Kann man sich gegen Kicks verteidigen?

Ja.
Auch gegen kraftvolle Tritte.
Auch wenn man:

– kleiner ist
– weniger Kraft hat
– weniger beweglich ist

Entscheidend ist nicht die eigene Athletik, 
sondern das richtige Training.

Fazit: Ein unterschätztes Thema

Ein gut ausgeführter Kick ist eine ernstzunehmende Gefahr.
Gleichzeitig gilt:
Auch die Abwehr kann man lernen.
Gerade deshalb lohnt es sich,
 sich mit diesem Thema bewusst auseinanderzusetzen.
Nicht, um selbst spektakulär zu treten –
 sondern um handlungsfähig zu bleiben

Zum Schluss noch ein Beispiel für einen K.O. durch einen Kopftreffer mit dem Fuß

https://www.facebook.com/stories/100735628728429/971880725729122/?source=notification